App Store Fallstudie: Roadee vs. NAVIGON MobileNavigator
Eine interessante App Store Fallstudie liefert der Ranking-Vergleich der Apps in der Kategorie Navigation. Die Veröffentlichung der Navigations-App “Roadee” (iTunes Link) hatte einen deutlichen Einfluss auf die Rankings im App Store der Wettbewerber “MobileNavigator Europe” (iTunes Link) und “Mobile Navigator D-A-CH” (iTunes Link) von NAVIGON.
Mehrere Tage lang stand Ende Juni 2009 die Navigations-App MobileNavigator Europe auf Platz 1 der verkauften Apps im App Store von iTunes. Zu einem ermäßigtem aber immer noch stolzem Einführungspreis von 74,99 € war MobileNavigator Europe das erste vollwertige mobile Navigationssystem für das iPhone im App Store. Die App schoss schnell an die Spitze der verkauften Apps und bei NAVIGON und Apple brach große Freude über den Verkaufserfolg aus. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Rankings im deutschen App Store.

Entwicklung App Store Rankings MobileNavigator Europe (iTunes Deutschland)
Wie man in der Grafik erkennt, stand MobileNavigator Europe über eine Woche lang auf Platz 1 bzw. Platz 2 der Verkaufscharts.
Einen ähnlich guten Start konnte man auch bei der zweiten NAVIGON-App Mobile-Navigator D-A-CH mit Kartenmaterial für die Länder Deutschland, Österreich, Schweiz und Lichtenstein beobachten. Auch diese App wurde zunächst zu einem vergünstigten Einführungspreis (49,99 €) angeboten und erreichte schnell konstante Rankings in den Top 10.
Am 1. Juni 2009 erhöhte NAVIGON die Preise auf 99,99 € für die App MobileNavigator Europe bzw. 69,99 € für die App MobileNavigator D-A-CH. Dieses führte zu einem leichten Rückgang in den App-Store-Rankings. Beide Apps blieben aber zunächst in den Top 10.
Einen Tag nach der Preisehöhung erschien die extrem günstige Navigations-App Roadee für 1,59 € im App-Store. Roadee ist ein OpenStreetMap basiertes Navigationssystem für das iPhone. Gegegnüber dem Apps von NAVIGON bietet Roadee deutlich eingeschränkte Funktionen und Komfort und ist somit keine vollwertige Alternative. Der günstige Preis hat aber anscheinend viele iPhone-Besitzer neugierig gemacht. Mit Roadee bestand auf einmal die Möglichkeit für kleine Münzen ein Navigationssystem auf dem iPhone zu testen.
Als am Freitag, den 3. Juli 2009, die Markteinführung von Roadee über den Nachrichten-Ticker lief, erlebte die App wie in der folgenden Grafik dargestellt einen rasanten Aufstieg in die Top 10 der verkauften Apps in Deutschland.

Entwicklung App Store Rankings Roadee (iTunes Deutschland)
Innerhalb von 24 Stunden erreichte Roadee am Samstag Platz 1 im App Store und hält diese Position schon seit einigen Tagen. Während der Anstieg bis Platz 11 in einer extrem steilen Kurve noch am Freitag erfolgte, brauchte Roadee etwas länger, um sich durch die Top 10 auf Platz 1 zu kämpfen. Das mag daran liegen, dass nachts weniger Downloads erfolgen oder auch, dass die Abstände in den Top 10 größer werden, so dass es schwieriger wird Plätze zu gewinnen.
Am Samstag-Nachmittag kurz nach 15 Uhr hatte es Roadee jedenfalls geschafft auf Platz 1 zu klettern. Dieser Anstieg ist ein schöner Beleg dafür, wie kurzfristig die Rankings anhand der Downloadzahlen im App Store ermittelt werden.
Des einen Freude ist des anderen Leid. Da die iPhone-Nutzer nun eine sehr günstige Möglichkeiten besaßen ein Navigationssystem auf dem iPhone zu testen, sanken wie zu erwarten die Anzahl der Downloads für die NAVIGON-Apps. Verstärkt wurde dieser Effekt sicherlich auch noch durch das Ende der vergünstigten Einführungspreise für den MobileNavigator.
Andreas Kluge, der Entwicker und Herausgeber von Roadee, erwischte mit dem Termin einen Tag nach Beendigung des NAVIGON-Einführungsangebotes sicherlich den idealen Zeitpunkt für die Markteinführung seiner App. Das Thema Navigationssystem für das iPhone war durch NAVIGON gerade zum Hype geworden und gleichzeitig lies das Interesse für die MobileNavigator-App durch die Preiserhöhung nach.
Wie so oft im App Store zu beobachten, werden Apps nicht unbedingt nur wegen der Qualität gekauft, sondern oft aus reiner Neugier und Spaß. Gerade Apps im Preibereich unter 5 € sind wie Süßigkeiten für Erwachsene. Kaufte man sich früher ein paar Schlickersachen, ein Ü-Ei und eine Wundertüte im Kiosk, so ist es heute eine iPhone App für kleines Geld.
Weniger erfreuliche Auswirkungen hatte das Ü-Ei Roadee jedoch auf die Verkaufszahlen der NAVIGON-Apps. Seit dem Einstieg von Roadee in die Top 100 am Freitag, den 3. Juli 2009, gingen die Downloads von MobileNavigator Europe und MobileNAvigator D-A-CH deutlich zurück und beide Apps sind inzwischen nicht mehr in den Top 10 zu finden.
Die folgenden beiden Grafiken zeigen diese Entwicklung deutlich.

Entwicklung App Store Ranking MobileNavigator Europe (iTunes Deutschland)

Entwicklung App Store Ranking MobileNavigator D-A-CH (iTunes Deutschland)
Spannend wird es zu beobachten sein, was passiert, falls NAVIGON in den nächsten Tagen eine kostenlose Demo-App herausbringt. Auf dieser Webseite wird in Kooperation mit T-Mobile eine MobileNavigator LITE-Version für das iPhone angekündigt (siehe auch Screenshot weiter unten). Sollte die App tatsächlich gratis sein, wird sie sicherlich im App Store innerhalb von 48 Stunden auf Platz 1 der kostenlosen Apps schießen. Interessant wird dann zu beobachten sein, wie die LITE-Version die Rankings der kostenpflichtigen Versionen, aber auch die Rankings von Roadee beeinflusst. Die Karten werden dann wieder neu gemsicht.







[...] angekündigt, wurde heute die kostenlose LITE-Version des iPhone-Navigationssystems MobileNavigator D-A-CH [...]
Also ich kann verstehen, warum roadee den teuren Navigationsanwendungen den Rang abläuft. Zum einen der unschlagbare Preis von 1,59€. Zum anderen ist die Integration des Adressbuches gut gelungen. Somit kann man mit wenigen Klicks die Fahrt beginnen. Eine Fehlbedienung ist fast nicht möglich.
Hi,
hat einer ein Tip von euch wie die App heisst, um diese Charts anzuzeigen.. App Ranking tool??
vielen dank!
gruss
Hannes